Tipps Erlangung Sachkunde

Jeder Halter von Tieren hat die Sachkundigkeit und seine Zuverlässigkeit nachzuweisen. Oft vertreten Züchter die Meinung: "Ich halte ja nur Kanarien oder Exoten und brauche keine Sachkunde !".

Natürlich ist dies ein Trugschluß, denn in unseren Gesetzen ist seit vielen Jahren diese Sache eindeutig formuliert. Vielen Züchtern ist dies aber nicht bekannt, da sich kaum jemand bisher um die Gesetze gekümmert hat. Auch geht es nicht um die Stückzahl oder die Anzahl der Zuchtpaare von Kanarien oder anderen Vögeln, sondern jeder Halter von Tieren hat die Sachkunde nachzuweisen.

Alle Tiere werden in §2 und §2a des Tierschutzgesetzes erfasst.

Um besonders geschützte Arten geht es im §7 der Bundesartenschutzverordnung

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Die Behörden können in allen Fällen den Nachweis der Zuverlässigkeit und Sachkunde abverlangen. Sie können auch entsprechende Festlegungen zur Erlangung der Selbigen treffen.

Es zeichnet sich an, dass auch bei Anträgen zur Genehmigung einer Schau, der Sachkundenachweis vom Beantragenden zu erbringen ist.

Das wir auf dem richtigen Weg sind zeigen die Reaktionen der Behörden aus einigen Bundesländern, welche den DKB-Sachkundeordner vorliegen haben. Sie sind erfreut, dass wir mit soviel Fachkompetenz und Sachverstand diese ganze Sache angehen. Diese Aspekte sind für unsere Tätigkeit positiv zu bewerten.

Fakt ist:
Jeder Züchter, Halter und Betreuer von Tieren ist gesetzlich an das Vorliegen seiner Sach- und Fachkompetenz gebunden.


Sachkunde ist für den Vogelhalter und Vogelzüchter auf verschiedene Art nachweisbar:

  • langjährige erfolgreiche Vogelzucht verbunden mit ständiger Weiterbildung durch die Publikationen in den Fachzeitschriften oder
  • theoretische Auseinandersetzung mit den Techniken und biologischen Grundlagen der Vogelhaltung bereits vor dem Besitz von Vögeln, in Form eines Fortbildungskursus [...]

Dem Anfänger ist angeraten, bereits zum Beginn seiner Vogelzuchtkariere, ein solches Seminar zu besuchen um Fehlerquellen in der Vogelhaltung zu erkennen und zu vermeiden.

Während eines Seminars werden durch die ausgebildeten und geprüften Schulungsleiter, die notwendigen Kenntnisse z.B. über die allgemeinen Fragen der Vogelhaltung vermittelt. Der konkrete Ablauf ist über die Schulungsleiter abzufragen.

Zum Abschluß folgt eine schriftliche Wissensabfrage zu allen sieben behandelten Themengebieten. In einem Zeitraum von 2 Stunden sind 70 Fragen durch Ankreuzen zu beantworten. Die Prüfung erfolgt durch die Vorgabe einer Frage und drei Antwortmöglichkeiten, von welchen aber nur eine zutreffend und richtig ist.

Nach der erfolgreichen Teilnahme am Seminar und der Wissensabfrage erhält der Teilnehmer eine Urkunde ausgehändigt, auf welcher das Vorliegen der Sachkunde des Züchters bescheinigt wird.

Diese Urkunde kann zur Erlangung der Zucht- und Verkaufsgenehmigung von Sittichen und Papageien beziehungsweise zur Haltung von europäischen Wildvögeln Verwendung finden.

In einigen Bundesländern verlangen die Behörden das Vorliegen der Sachkunde des Verantwortlichen, bei der Antragstellung für die Durchführung einer Vogelschau oder Vogelbörse.

In der DKB-Geschäftsstelle wird zu jeden Züchter, das Vorliegen der Sachkunde registriert.

Die Durchführung von Sachkundeschulungsveranstaltungen sowie die Abnahme der Sachkundeprüfung wird durch die jeweiligen Landesverbände in eigener Zuständigkeit organisiert.

Die in den einzelnen Landesverbänden zuständigen Sachkundeschulungsleiter sind auf der DKB-Homepage zu finden, können aber auch über die DKB-Geschäftsstelle erfragt werden.

Die Schulungsleiter können Ihnen genaue Auskunft zu den Schulungen und anderen Fragen geben.

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Übrigens lassen sich mit den vielfältigen Themeninhalten und -angeboten sehr interessante Vorträge oder Diskussionsrunden zu den Mitgliederversammlungen gestalten.


Quelle:
  • Faltinfoblatt "Sachkundenachweis Vögel - Hinweise und Tipps zur Erlangung", Herausgeber DKB,  Stand 01/2010, Autor: Eugen Franke (DKB-Referent für Sach- und Fachkunde)